Textversion

Hintergrund: Web-TV

web-tv

1. Wirkungs- und Reichweitenanalyse von Web–TV

Der große Vorteil von Web- TV gegenüber anderen Distributionsformen ist die einfache Skalierbarkeit der Technik, die einen sukzessiven Ausbau des Angebotes ermöglicht.

Abgrenzung zwischen Internet–TV und Web-TV

Häufig werden die Begriffe Web–TV und Internet–TV (auch IP-TV genannt) miteinander verwechselt, obwohl sie Grundverschiedenes meinen: Internet–TV ist eine Variante des Kabelfernsehens, bei der zur Übertragung statt dem TV-Kabel das Telefonkabel genutzt wird. Ebenso wie beim Kabelfernsehen entstehen auf der Seite des Endverbrauchers zusätzlich zum reinen Internetanschluss erhebliche Kosten durch Abo-Gebühren und Decoder. Abspielgerät ist derzeit in der Regel der Fernseher.

Web–TV hingegen meint das Streaming von Programm via Internetzugang und Browser auf dem PC des Endverbrauchers. Um diese Variante soll es im Folgenden gehen, da diese im Gegensatz zu Internet–TV auf eine komplizierte und kostenintensive Zugangstechnik verzichtet.

Reichweite von Web-TV

Im Januar 2008 verfügten bereits 19 Millionen deutsche Haushalte über einen Breitbandanschluss und die Tendenz ist weiter steigend. Laut dem Breitbandatlas 2006/ 2007 der Bundesnetzagentur ist Breitband-Internet für 97,2 % aller Haushalte verfügbar. Die Reichweite der Distribution von Filmen über das Internet ist bereits ausgesprochen hoch und die Tendenz ist weiter steigend.

Die Qualität hängt zum einen von der Bandbreite des Internetanschlusses des jeweiligen Privathaushaltes und zum anderen von der bereitgestellten Downloadbandbreite seitens des Web–TV – Anbieters ab. Bereits eine 2000 – DSL – Leitung erlaubt bei entsprechenden Voraussetzungen des Anbieters das Abspielen von Filmen über den heimischen PC in guter Qualität.

Internetnutzung in Deutschland

Kein Medium hat sich in Deutschland schneller verbreitet als das Internet: Innerhalb von 10 Jahren stieg der Anteil der Internetnutzer in Deutschland von 6,5 Prozent auf 62,7 Prozent wie die ARD/ ZDF – Online-Studie 2007 nachgewiesen hat. Dabei geht der Anstieg in den letzten Jahren entscheidend von den Frauen und den Senioren aus. Bereits heute sind mit 5,1 Millionen Nutzern mehr Über – 60 – Jährige online als 14- bis- 19 Jährige (4,9 Millionen). Drei Viertel aller Befragten nutzen das Internet in erster Linie als Informationsmedium.

Gute Gründe für ein Web–TV–Engagement der katholischen Kirche

Web–TV verfügt bereits jetzt über eine große Reichweite. Die Verbreitung von DSL–Anschlüssen wird weiterhin stark zunehmen. Die statistischen Daten zur Internetnutzung in Deutschland zeigen, dass das Internet von den verschiedenen Altersgruppen, Bildungsschichten und Geschlechtern immer gleichmäßiger genutzt wird. Der in den Anfangszeiten des Internets beklagte „Digitale Graben“ hat sich bereits zu einem großen Teil geschlossen.Die Wahrnehmung des Internets als Informationsmedium kommt der Vermittlung von kirchlichen Inhalten entgegen. Kirchliches Web–TV- Programm muss im Internet weniger mit den üblichen Unterhaltungsprogrammen und deren entsprechend großen Budgets und Produktionsstandards konkurrieren als im klassischen Fernsehumfeld. Mit On-Demand – Angeboten wird das Bedürfnis der Nutzer befriedigt, sich zeitlich unabhängig von einem linearen Programm zu informieren.Diese Entwicklung wird beispielsweise von den Fernsehsendern aufgegriffen, indem verstärkt On-Demand- Portale wie beispielsweise die ZDF–Mediathek entwickelt werden. Für die nächsten fünf bis zehn Jahre ist eine Verschmelzung der Nutzungsgeräte Fernsehen und PC zu erwarten. Mittelfristig werden deshalb typische Web-TV- Angebote auch über den Bildschirm in Wohnzimmer genutzt werden können. In Zukunft werden wir über ein- und dasselbe Endgerät in unserem Wohnzimmer „klassisch“ Fernsehen, über eine schnurlose Tastatur im Internet surfen oder Urlaubsfotos anschauen. Im Vergleich zu anderen Distributionswegen ist Web-TV mit Blick auf die technische Übermittlung sowohl für den Anbieter als auch den Rezipienten sehr kostengünstig, da nur das reale Streaming, das Serverhosting und die Serverpflege Kosten verursachen.Die katholische Kirche verfügt bei der APG bereits über einen großen Programmstock. Anders als die Digitalfernsehrechte, die eine Parallelauswertung befürchten lassen, haben öffentlich-rechtliche und private Sende gegen einen Behalt der Internetstreamingrechte bei der Kirche nichts einzuwenden gehabt. Die APG erwirbt am von ihr mitverantworteten Programm seit 2000 die Internetstreamingrechte.

Angesichts dieser Entwicklungsperspektiven des Internets ist es sinnvoll, dass die katholische Kirche ihr Engagement im Bereich Web- TV ausbaut. Auch mit Blick auf den pastoralen Grundauftrag der Kirche bieten sich Vorteile gegenüber anderen Medien: Zeigt man beispielsweise eine Reportage über die Arbeit der Schuldnerberatung der Caritas, wird dem Zuschauer mit zusätzlichen Text- Informationen und Links der Zugang zu pastoralen und caritativen Angeboten vor Ort erleichtern.

2. Web-TV-Kompetenz bei katholisch.de

Die APG verfügt innerhalb der katholischen Kirche über die größten Erfahrungen im Bereich des Videostreamings. Bereits 2001 ging www.kirchentv.net mit dem Video- on Demand- Streaming hunderter Filme online. Die Filme wurden Anfang 2004 in das neue Internetportal www.katholisch.de integriert, so dass sich klassische Bild – Text – Informationen und inhaltlich Videos gut ergänzten.

In den letzten Jahren hat die katholisch.de–Redaktion erfolgreich Erfahrungen in der Produktion eigener Filme zu verschiedenen kirchlichen Großereignisse gesammelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bewiesen, dass sie mit einem kleinem Team und Budget auch unter Zeitdruck qualitativ gute Nachrichtenfilme zeitnah realisieren können. Die Ergebnisse dieser Arbeit wie beispielsweise der Nachrichtenfilm zur Wahl von Erzbischof Zollitsch zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz sind denn auch bei den katholisch.de – Usern sehr beliebt.

Darüber hinaus hat die Redaktion in den letzten Jahren bewiesen, dass sie angemessen über kirchliche Themen und Krisen zu berichten weiß und religiöse Themen ansprechend und sachgerecht umzusetzen vermag. Attraktiv sind zudem die Synergie-Effekte, die zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Portalredaktion und der Web-TV–Redaktion entstehen.

Das neue web-TV-Portal von katholisch.de, das seit dem September 2008 online ist, ermöglicht außerdem eine unkomplizierte Verwaltung und schnelle Aktualisierung von Videos.

Das Portal ist innovativ, da alle Medien mit dem Flash-Player abspielbar sind. Damit orientiert sich katholisch.de technisch an marktführenden Video-Portalen wie youtube. Die Verwaltung der Medien wird über eine Datenbank realisiert. Parallel steht auch ein linearer Stream zur Verfügung, der künftig zu einem eigenständigen Web–TV-Kanal ausgebaut werden kann.

Druckbare Version
web-tv